14.07.2021

KandidatInnenaufstellung durchgeführt

Die Sorge um das Klima und das gestiegene Umweltbewusstsein lassen auch die Grünen in der Samtgemeinde Land Hadeln mit Schwung in den Wahlkampf starten: Die Zahl der Kandidierenden für die Gemeinde- und Samtgemeinderatswahlen im September hat sich im Vergleich zu 2016 glatt verdreifacht. Insgesamt 15 Personen gehen für die Grünen ins Rennen.

„Zum ersten Mal können wir in den Gemeinden Ihlienworth und Osterbruch Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen“, sagt Sabine van Gemmeren, Ortsverbandsvorsitzende und stellvertretende Landrätin. Und auch in Otterndorf, Oberndorf, Bülkau und der Wingst, wo sich bei der letzten Wahl keine grünen Kandidaten fanden, kann man dieses Jahr sein Kreuz bei den Grünen machen. „Im gesamten Kreis ist die Zahl unserer Mitglieder in den vergangenen Monaten auf rund 180 Personen gestiegen und viele von ihnen möchten aktiv werden - das zeigt deutlich, wie sehr die Bereitschaft gestiegen ist, sich politisch zu engagieren und mitzugestalten,“ betont van Gemmeren.

„Wichtig war uns, dass möglichst viele neu hinzugekommene Bewerberinnen und Bewerber die Chance auf einen aussichtsreichen Listenplatz bekommen“, sagt Hermann Kleist, der gemeinsam mit Sabine van Gemmeren den Ortsverein leitet. Auch weiterhin gilt bei den Grünen dabei das sogenannte Frauen-Statut: Die ungeraden Plätze auf einer Liste, beginnend mit Listenplatz 1, sind Frauen vorbehalten, es sei denn, es bewirbt sich für den jeweiligen Platz keine Frau. So steht für die Gemeinderatswahlen in fünf Dörfern eine Frau an erster Stelle der Grünen-Liste. In Belum wurde Sabine van Gemmeren aufgestellt, in Bülkau sind es Mirjam Mahler und Michael Böhling, in Ihlienworth Katharina Tiedemann, in Oberndorf Asta Gooß und in Osterbruch Stefanie Röse und Ralf Rademacher. Nachdem es bei den letzten Wahlen in der Stadt Otterndorf keine grünen Kandidaten gab, konnten jetzt gleich vier Bewerber nominiert werden: An Platz 1 der Liste steht Peter Martin Stelzenmüller, gefolgt von Niclas Röse, Dieter Rüdiger und Hermann Kleist. In Nordleda gehen Siegfried Anskeit und Ralf Hische an den Start und in der Wingst ist es Jannis Burda.

Auch für die Samtgemeinderatswahl können die Grünen mehr Personen ins Rennen schicken: Für den Wahlbereich 1 (SG Am Dobrock alt) aufstellen ließen sich Walter Rademacher (1), Jannis Burda (2), Sabine van Gemmeren (3), Michael Böhling (4) und Mirjam Mahler (5). Für den Wahlbereich 2 (SG Hadeln alt) sind es Katharina Tiedemann (1), Siegfried Anskeit (2), Niclas Röse (3), Hermann Kleist (4), Peter Martin Stelzenmüller (5) und Ralf Rademacher (6). Angesichts des deutlichen Zuwachses sehen Sabine van Gemmeren und Hermann Kleist dem Wahlkampf mit viel Zuversicht entgegen: „Wir sind sicher, ab Herbst stärker in den Parlamenten vertreten zu sein und dann mehr grüne Akzente zu setzen.“

 

29.04.2021

„Klimaschutz muss Chefsache werden“

Die Gemeinderäte und der Samtgemeinderat im Land Hadeln sollen grüner werden. Dafür kämpft der Hadler Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen. Mit neuen Mitstreitern und dem Rückenwind aus Berlin blicken die Politikerinnen und Politiker optimistisch auf die Kommunalwahl am 12. September.

Die Grünen sind derzeit im Aufwind, sogar eine Bundeskanzlerin Annalena Baerbock scheint möglich. Kommt dieser Boom auch an der Basis in Hadeln an? „Aber ja,bei uns gibt es großen Zulauf“,sagt Sabine van Gemmeren, Vorstandsmitglied im Ortsverband Land Hadeln. Nicht nur in Otterndorf, sondern in der gesamten Samtgemeinde habe die Partei neue Mitglieder jeden Alters gewinnen können. Dieser Schwung soll nun in den kommenden Kommunalwahlkampf mitgenommen werden. Die Listen mit den Kandidaten werden Ende Mai/Anfang Juni aufgestellt, so Sabine van Gemmeren. Auch wenn die Corona-Pandemie aktuell die Nachrichten beherrscht, setzten die Grünen im Wahlkampf vor allem auf ihre Kernkompetenz, die sie auch im Namen tragen: „Wir fordern eindeutlicheres Bekenntnis der Samtgemeinde und der Stadt Otterndorf zu Klima- und Umweltschutz“, sagt der Otterndorfer Grüne Hermann Kleist. Es dürfe nicht nur Lippenbekenntnisse geben. „Wenn es an die Umsetzung konkreter Projekte geht, müssen Politik und Verwaltung Farbe bekennen und die Planungen am Klima- und Umweltschutz orientieren.“

Als konkretes Beispiel nennen die Grünen im Pressegespräch mit der Niederelbe-Zeitung das Hotelprojekt des Investors Sven Hollesen am Otterndorfer Deich. „Wir sehen dieses Vorhaben sehr kritisch“, sagt Brigitte Mühlhausen, Grünen-Mitglied aus Otterndorf. Ein Hotelprojekt in Nachbarschaft zum FFH-Gebiet vor dem Deich, das auf noch mehr Autoverkehr ausgerichtet ist – das beobachten Bündnis90/Die Grünen mit großer Sorge. „Klima- und Umweltschutz geht anders. Otterndorf braucht sanften Tourismus, der Rücksicht auf die Natur nimmt“, meint Hermann Kleist, der den Slogan „Die grüne Stadt am Meer“ in Gefahr sieht. Was die Diskussion um einen Klimaschutzbeauftragten für die Samtgemeinde Land Hadeln betrifft, sehen van Gemmeren, Kleist und Mühlhausen bei den politischen Mitbewerbern keinen ernsthaften Willen. „So eine Stelle muss mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet werden“, erläutert Sabine van Gemmeren. „Und sie muss gut dotiert sein“, ergänzt Brigitte Mühlhausen.

Auch zum Einzelhandel hat sich die Partei Gedanken gemacht. Einen zweiten Vollversorger braucht Otterndorf nicht, meinen die Grünen. „Die Verantwortlichen der Stadt machen sich Gedanken, wie man die Innenstadt wieder beleben könnte und gleichzeitig werden Pläne für einen zweiten Vollversorger vorangetrieben“, so Kleist. Das passe irgendwie nicht zusammen. Eine weitere Schwächung des Innenstadt-Einzelhandels wäre die Folge. Mit Freude blickt der Ortsverband dagegen auf den ersten Unverpackt-Laden, der im Zentrum Otterndorfs aufgemacht habe. Mit weiteren Angeboten dieser Art könne die Medemstadt tatsächlich zur grünen Stadt am Meer werden. Und was macht man mit leer stehenden Gewerbeimmobilien? „Dort könnten Künstlerwerkstätten und Galerien angesiedelt werden.

Auf Samtgemeinde-Ebene setzen sich die Grünen für weiteren Radwegebau, den Erhalt des Wingster Schwimmbads, den sozialen Wohnungsbau und für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Dass SPD, CDU und FDP im Samtgemeinderat zunehmend versuchen, sich mit grünen Themen zu profilieren, sehen Sabine van Gemmeren, Brigitte Mühlhausen und Hermann Kleist entspannt. „Es kommt doch aufs Ziel an“, meint van Gemmeren. Wenn die Grünen nach der Kommunalwahl in größerer Personalstärke auftreten können, soll mit eigenen Anträgen noch größerer Schwung in die Ratsarbeit kommen.

Wie aus der Niederelbe Zeitung vom 1. April 2021 zu erfahren war, liegen Planungen für den Neubau einer Massentierhaltungsanlage zwischen Neuenkirchen und Otterndorf vor. „Es scheint sich hierbei leider nicht um einen Aprilscherz zu handeln“, bedauert Dr. Brigitte Mühlhausen von den Otterndorfer Grünen. Ein solches Bauvorhaben sei ein völlig rückwärtsgewandtes Ansinnen. Nicht nur, dass der Planer im Stadtgebiet bereits Massentierhaltung betreibe, woran die Einwohner regelmäßig - wohl bei abendlicher Belüftung - teilhaben können, soll nun noch zusätzlich außerhalb der Stadtgrenze eine große landwirtschaftliche Fläche versiegelt werden zum Zweck einer weiteren Großanlage für Hühnerhaltung. „Die seit Jahren intensiv geführte Diskussion um diese absolut würdelose Haltung unserer Mitgeschöpfe aus dem alleinigen Grund, gegessen zu werden, scheint am Planer der Anlage völlig vorbeigegangen zu sein“, so Dr. Mühlhausen. Die "Ärzteinitiative gegen Massentierhaltung" kämpft gegen diese Art der Tierhaltung aus ethischen und aus Gründen der Resistenzentwicklung gegen Antibiotika. „Nicht allein, dass wir mit der Pandemie kämpfen - auf uns werden große Probleme hinsichtlich multiresistenter Keime gegen Antibiotika zukommen. Bereits jetzt sterben jährlich weltweit 700 000 Menschen, weil ihnen kein wirksames Antibiotikum mehr zur Verfügung steht“, betont die Otterndorfer Gynäkologin. Das Zeitalter der Massentierhaltung hat die Welt in eine Sackgasse größter ethischer, medizinischer und gesundheitlicher Probleme geführt. Bündnis90/Die Grünen vertreten deshalb die Meinung, dass ein derartiger Plan generell und damit auch in der Nähe des Nordseebades Otterndorf keine Zukunft haben darf.

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